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  • Gemeinsam für Bayern

    Wir, die Bürgerinnen und Bürger in Genossenschaften, Verbänden, Initiativen und Unternehmen tragen gemeinsam die Energiewende in Bayern – durch einen Vorstoß des Ministerpräsidenten Horst Seehofer für eine willkürliche Neuregelung der Abstände in der Windenergie wird die Nutzung der Windenergie in Bayern fast unmöglich. Unsere Bürgerenergiewende ist in Gefahr!

    Der Abstand zwischen Windrad und der nächstgelegenen Wohnbebauung soll Seehofers Ansicht nach mindestens zehnmal so groß sein wie die Höhe des Windrads. Woher diese Zahl kommt und wie sie begründet ist, ist nicht ersichtlich. Wir können diese Regelung nicht mittragen, denn sie bedeutet das Aus für die Windkraft und damit das Ende der Energiewende in Bayern.

    Unsere Kampagne „Rückenwind für Bayern“ gibt allen Menschen in Bayern die Möglichkeit ihre Stimme für Windkraft, Erneuerbare Energien und Klimaschutz zu erheben.

    Meilen- und Stolpersteine auf dem Weg

    • Im Jahr 2009: beträgt der Anteil der Windenergie in Bayern nur 0,6 Prozent, bei einem Bundesdurchschnitt von 6 Prozent.
    • Oktober 2010: Die schwarz-gelbe Bundesregierung beschließt die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke.
    • März 2011: Atomkatastrophe von Fukushima
    • Mai 2011: Die bayerische Staatsregierung will ab jetzt den Ausbau der Windenergie forcieren. 2021 sollen 50 Prozent des Strombedarfs in Bayern aus Erneuerbaren Energien kommen. Davon sollen 10 Prozent aus Windkraft gedeckt werden.
    • Juni 2011: Auf Druck der Bevölkerung hin beschließt der Bundestag mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, FDP, SPD und Grünen einen erneuten Ausstieg aus der Atomkraft. Der Anteil der Stromerzeugung auf Bundesebene aus erneuerbaren Energien soll bis 2020 auf mindestens 35 Prozent und bis 2050 auf mindestens 80 Prozent steigen.
    • Dezember 2011: Winderlass der Bayerischen Staatsregierung zur einheitlichen Koordinierung der Errichtung von Windenergieanlagen.
    • Mai 2012: In Bayern gibt es mit 151 Energiegenossenschaften bundesweit die meisten Bürgerinitiativen in dieser Form. Schon in 2011 waren es allein in Bayern 109, bundesweit 586 Genossenschaften.
    • August 2012: Bundesumweltminister Peter Altmaier bringt eine mögliche Strompreisbremse ins Spiel. Die Bundesregierung beschließt umfassende Kürzungen der Solarstrom-Vergütung.
    • November 2012: 75 Prozent der Bayern finden eine Anlage zur Stromerzeugung in der Nachbarschaft „gut“ bzw. „sehr gut“. Das sind mehr BürgerInnen als in allen anderen Bundesländern. Nur drei Prozent der Bayern würden ein Atomkraftwerk in ihrer Nachbarschaft befürworten.
    • Juni 2013: Bundesumweltminister Peter Altmaier erwägt eine Deckelung der Windkraft.
    • Juni 2013: Ministerpräsident Horst Seehofer kündigt eine Bundesratsinitiative für eine neue Abstandsregelung beim Bau von Windkraftwerken an. So soll der Abstand zur nächsten Wohnbebauung das 10-fache der Anlagenhöhe betragen. Bei einer Anlagenhöhe von 200 m entspräche dies 2 km anstatt den bisher vorgeschriebenen 800 m. Damit verbleiben lediglich 0,05 Prozent der bayerischen Landesfläche für die potentielle Nutzung von Windkraft.
    • Juli 2013: Die Ministerpräsidenten Seehofer und Tillich starten eine Bundesratsinitiative, um die Abstandsregel der 10-fachen Anlagenhöhe im Baugesetzbuch zu verankern.
    • Juli 2013: Bürgerinnen und Bürger in Bayern fordern eine Fortsetzung der Energiewende.
  • Fakten zu Windkraft und Erneuerbaren Energien

  • FAQ 1

    Die aktuelle Abstandsregelung ist sinnvoll

    Die bayerische Staatsregierung hat erst im Winderlass 2011 die Abstandsregelungen definiert:

    Maßgeblich ist hier die Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm), eine Verwaltungsvorschrift des Bundes. Gemäß dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) ist die TA Lärm auch auf die Schallausbreitung von höherliegenden Schallquellen anwendbar. [2]

    Demnach wird der zulässige Beurteilungspegel gemäß TA Lärm während der Nacht in Dorf -und Mischgebieten von 45 dB(A) auch von einer hohen und leistungsstarken WEA bereits in einer Entfernung von rund 500 m zum Anlagenstandort eingehalten. Der Wind selbst ist in dieser Entfernung lauter als die Windenergieanlagen.
    Handelt es sich um reine Wohngebiete, muss ein Pegel von 35 dB(A) eingehalten werden. Maßgeblich bei der Betrachtung der Emissionswerte an einem Wohnhaus sind aber die Topographie sowie die Rauhigkeit des Geländes als auch der zu betrachtende Schallleistungspegel der WEA. Dies in Summe bildet die Eingabedaten inkl. einer möglichen Vorbelastung (z.B. durch eine Lüftungsanlage an einem Tierstall) für ein Schallgutachten.

    Als notwendige Mindestabstände wurden demnach definiert:

    • 800 Meter zu einem allgemeinen Wohngebiet
    • 500 Meter zu einem Misch- oder Dorfgebiet oder Außenbereichsanweisen und

    Die Lautstärke von 45 dB(A) entspricht einer normalen Gesprächslautstärke, einem leisen Radio oder üblichen Geräuschen in der Wohnung. Dieser Wert darf an der Fensteraußenseite des am Windrad nächstgelegenen Hauses nicht überschritten werden. Sollte das Gutachten nahe an der höchstzulässigen Emission liegen, so fordern die Landratsämter in der Regel aufwendige Schallvermessungen der Standorte durch ein akkreditiertes Gutachterbüro bei Nacht. Sollte hier eine Überschreitung festgestellt werden, müssen die WEA im sogenannten schalloptimierten Betrieb gefahren werden, was durch eine Drosselung der Anlagenleistung realisiert wird.

    [1] Sechste Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz

    [2] BayVGH, Beschluss vom 7. Februar 2011, Az.: 22 CS 11.31

  • FAQ 2

    Windenergie ist wirtschaftlich

    Die Windenergie im Binnenland ist neben der Wasserkraft die günstigste Form der Erneuerbaren Energien. Die Gestehungskosten (Kosten, welche für die Energieumwandlung von einer anderen Energieform in elektrischen Strom notwendig sind) liegen bei 6,5 – 8,1 Cent pro kWh [3] (im Vergleich: Offshore-Windenergie liegt bei 11,2 – 18,3 ct/kWh).

    Seit den frühen 90er Jahren sanken außerdem die Kosten für Windstrom um mehr als 60 Prozent, dabei lohnen sich auch Binnenlandstandorte in den südlichen Bundesländern. Eine Erhöhung der Nabenhöhe einer Windenergieanlage um 30 Meter reicht häufig schon, um auch an einem durchschnittlichen Binnenlandstandort die Erträge eines guten Küstenstandortes zu erreichen.

    [3] Fraunhofer ISE: Studie Stromgestehungskosten Erneuerbare Energien Mai 2012

  • FAQ 3

    Windenergie hat das größte Potenzial für die zukünftige Energieversorgung

    Das Potential der Wasserkraft ist für Bayern nahezu ausgeschöpft. Es gibt zwar Studien, die eine Erhöhung von 10,6 TWh auf 14 TWh für möglich halten , aber Naturschutzverbände sehen den Erhalt einer intakten Flusslandschaft gerade durch Kleinkraftwerke gefährdet. Eine fischverträgliche Anlagentechnik wird weiterhin angemahnt.

    Der Ausbau der Solarenergie ist durch übertriebene Kürzungen der Bundesregierung fast zum Erliegen gekommen. Der Zubau wird sich im Jahr 2013 im Vergleich mit dem Vorjahr halbieren.

    Biomasse ist in Bayern derzeit der wichtigste erneuerbare Energieträger. Deren Nutzung hat jedoch Grenzen. Zum einen werden land- und forstwirtschaftliche Flächen vorrangig anderweitig genutzt (Nahrungsmittel, Rohstoffe), zum anderen darf die energetische Nutzung nicht die Belange des Natur- und Umweltschutzes gefährden.

  • FAQ 4

    Windenergie hat den geringsten Flächenbedarf der Erneuerbaren Energien

    Der Flächenbedarf einer Windenergieanlage ist sowohl bezogen auf die Leistung als auch auf den Stromertrag wesentlich geringer als es bei Fotovoltaik oder Biomasse der Fall ist. Dieser ist im Wesentlichen an die Anlagenhöhe und der damit verbundenen Fundament- und Kranstellfläche gekoppelt. Windenergieanlagen im Binnenland mit einer Nabenhöhe um die 140 m und einer Leistung zwischen 2,3 MW und 3,4 MW haben eine dauerhaft versiegelte Fläche von ca. 0,35 ha. Also zwischen 657 und 971 W/m².

    Demgegenüber liegt die Nennleistung bezogen auf die Fläche bei Fotovoltaik bei ca. 100 W/m², bei Fotovoltaik Freilandanlagen bei ca. 35 W/m² und bei Biomasse bei ca. 0,2 W (Strom)/m².

    Bezogen auf die Stromerträge ergibt sich folgendes Bild:
    Windkraft: 1.500 – 2.000 kWh je m²
    PV: ca. 100 kWh je m²
    Freiland-PV: ca. 35 kWh je m²
    Biomasse (Strom): ca. 2,5 kWh je m²

    Fossile Energien schneiden bei dieser Rechnung weitaus schlechter ab: Der Kohleabbau in Deutschland forderte bereits die Umsiedlung von rund 300.000 Menschen und die Zerstörung von über 100 km² Landschaft. [4] Trotzdem werden neue Braunkohletagebaugebiete, z.B. von der sächsischen und brandenburgischen Regierung beschlossen (bspw. Tagebau Welzow Süd und Tagebau Reichwalde).

    [4] „Der volle Durchblick“, Agentur für Erneuerbare Energien

  • FAQ 5

    Windenergie ist eine Einnahmequelle für strukturschwache Gemeinden

    Über die rund 20-jährige Laufzeit einer Windenergieanlage werden insgesamt über 100.000 Euro Gewerbesteuer je MW installierte Leistung an die Gemeinden abgeführt. Im Schnitt ergibt sich eine Gewerbesteuer-Zahlung von 5.150 Euro je MW und Jahr.

  • FAQ 6

    Dezentrale Windenergie kann den Ausbau der Stromtrassen begrenzen

    Vergleicht man Onshore- und Offshore-Windenergieanlagen, erreichen Offshore-WEA trotz einer wesentlich höheren Volllastundenzahl, höhere Stromgestehungskosten. Zudem unterliegen sie dem Nachteil einer aufwändigen und teuren Netzanbindung. Da sich die größten Stromverbraucher im Süden Deutschlands befinden, ist außerdem ein verlustreicher und kostenintensiver Transport des Stroms über Stromtrassen notwendig, die z.T. erst (aus-)gebaut werden müssten. Günstiger ist es den Strom am Ort des Verbrauchs zu erzeugen. [5]

    [5] Fraunhofer ISE: Studie Stromgestehungskosten Erneuerbare Energien Mai 2012

  • FAQ 7

    Windenergie ist auch für das Binnenland geeignet

    Eine Studie des Fraunhofer Instituts zeigte: Mit modernen, großen Windenergieanlagen mit Nabenhöhen bis zu 150 m hat die Windkraft im Binnenland theoretisch das Potential etwa 60 Prozent des heutigen deutschen Strombedarfs zu decken. Das Umweltbundesamt hat diese Sichtweise noch konkretisiert und sieht sogar ein Drittel des bundesweiten Leistungspotenzials der Windkraft im Süden (Bayern, Baden-Württemberg, Saarland) beheimatet.

  • FAQ 8

    Windenergie kann regionale Wertschöpfung durch Bürgerbeteiligung garantieren

    Die Energiewende wird zum größten Teil vom Mittelstand getragen. Konzerne denken in großen Kraftwerksstrukturen und einer zentralen Energiebereitstellung.

    Eine Energiewende in Bürgerhand ist möglich, wie der Norden der Republik zeigt. Mehr als 50 Prozent der Windenergieanlagen in Schleswig-Holstein sind Bürgerwindprojekte, schätzt Alexander Sewohl, Pressesprecher des Bundesverbandes Windenergie (BWE). Ihr Anteil in ganz Deutschland liegt bei etwa 35 Prozent. Dieser Anteil ist steigerbar und gerade in Bayern bestehen beste Voraussetzungen für Projekte, die von Gemeinden, Energiegenossenschaften- und initiativen mit den BürgerInnen geplant werden.

    Positive Effekte für die kommunale Wertschöpfung

    • Planung des Windparks durch regionale Planungsbüros
    • Errichtung unter Mitwirkung regionaler Unternehmen
    • Verbesserung der Infrastruktur im ländlichen Raum
    • Finanzierung über regionale Banken (z.B. Volksbanken, Sparkassen)
    • Entrichtung von Gewerbesteuern an die Gemeinde
    • Ausschüttung einer angemessenen Rendite für die beteiligten BürgerInnen
    • Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region für Service und Wartung der Anlagen
    • Technische und kaufmännische Betriebsführung durch BürgerInnen vor Ort
    • Unabhängigkeit von Energieimporten
  • FAQ 9

    Die Herstellungskosten einer WEA haben sich schnell amortisiert

    Bereits nach 3 bis 7 Monaten hat eine Windenergieanlage die Energie, die ihre Herstellung kostete, zurückgewonnen. Eine Windenergieanlage kann während ihrer gesamten Lebenszeit je nach Bauweise 40 bis 70 Mal mehr Energie bereitstellen, als für ihre Herstellung, Nutzung und Entsorgung aufgewandt wurde.

  • FAQ 10

    Windräder stellen keine Bestandsgefährdung für Vögel dar

    Das Risiko der Kollision von Vögeln mit Windrädern ist nach Ansicht des Deutschen Naturschutzrings (DNR) in der Vergangenheit zu hoch bewertet worden. Zahlreiche Studien zeigen, dass Windenergieanlagen Vögel vergleichsweise gering beeinträchtigen. Die meisten Arten halten sich beim Vogelzug oberhalb und sonst eher unterhalb der Rotoren auf.

    Gehäufte Funde toter Vögel treten äußerst selten an Bergrücken und an Wasserflächen auf. Die Naturschutzorganisation BUND bestätigt diese Studienergebnisse und verweist im Vergleich auf fünf bis zehn Millionen Vögel, die jährlich im Straßenverkehr und an Hochspannungsmasten sterben.

    Gefahren für Greifvögel und Fledermäuse können durch Standortwahl und zeitweise Abschaltungen der WEA vermieden werden. Darüber hinaus vermeidet eine sorgfältige Standortauswahl die Störung von Mensch und Umwelt in besonders empfindlichen Bereichen, das garantieren die Planungs- und Genehmigungsverfahren. Die Landes-, Regional- sowie die lokale Bauleitplanung steuern die Standortwahl. Ein Genehmigungsverfahren beinhaltet immer auch eine Beurteilung des Vorhabens aus Sicht des Naturschutzes. Je nach Eingriff in den Naturhaushalt können Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen veranlasst werden. Größere Windparks müssen eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchlaufen. Jeder kann zudem Einwände äußern, die im Rahmen eines Erörterungstermins behandelt werden müssen, bevor eine unabhängige Behörde nach umfassender Abwägung und Prüfung eine Entscheidung fällen kann.

    Weitere Informationen:
    Naturschutzbund Deutschland (NABU): Broschüre „Was Sie schon immer über Windenergie und Vogelschutz wissen wollten“, 2006
    Position des BUND

  • Gemeinsam für Bayern

    Wir, die Bürgerinnen und Bürger in Genossenschaften, Verbänden, Initiativen und Unternehmen tragen gemeinsam die Energiewende in Bayern. Unsere Kampagne „Rückenwind für Bayern“ gibt allen Menschen in Bayern die Möglichkeit ihre Stimme für Windkraft, Erneuerbare Energien und Klimaschutz zu erheben. Das Bündnis – Rückenwind für Bayern besteht aus folgenden Mitgliedern:

  • BUND Naturschutz in Bayern e.V.
  • Bayern Allianz für Atomausstieg und Klimaschutz
  • Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Solarinitiativen
  • netzwerk nordbayrische bürgerenergie genossenschaften
  • Bürgerwind Region Freudenberg
  • naturstrom
  • UmweltBank
  • Green City
  • BWE
  • Bürgerenergie EWERG eG
  • Eigene Erneuerbare Energien eG
  • Bürger-für-Bürger-Energie e.G.
  • lokale agenda 21
  • Vierthener Kuckucksei e.V.
  • solarcomplex
  • Schweinfurter Aktions-Bündnis gegen Atomkraft
  • ergon e.V.
  • projekt21plus
  • Carrotmod Akademie
  • Solarpark München-Haldern
  • BUND Naturschutz - Kreisgruppe Forchheim
  • Green City Energy
  • wotan Gruppe
  • Agenda 21 in Hadern
  • Hadern Energie e.V.
  • NATEN Windstrom
  • renergie allgäu e.V.
  • ABO Wind
  • Windpower
  • Renerco
  • OSTWIND
  • Bürgerwind Bayerwald
  • grenzlandwind
  • EWO
  • EWO
  • EWO
  • Stimmen für Bayern

    Windenergie, Erneuerbaren Energien und Klimaschutz sind Themen die viele verschiedene Menschen im ganzen Freistaat betreffen und bewegen. Einige kommen hier zu Wort:

  • Familie Brehm

    Familie Brehm
    Anwohner eines Windparks

    „Saubere Energie - für zukünftige Generationen.“

  • Prof. Hubert Weiger

    Prof. Hubert Weiger
    Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

    „Eine pauschale Abstandsregelung vom 10fachen der Anlagenhöhe (entspricht ca. 2000m) ist eine massive Einschränkung des eben erst gestarteten Ausbaus der Windenergie in Bayern. Damit droht das Ende der kaum 2 Jahre alten Energiewende in Bayern. Aus Sicht des BUND Naturschutz ist eine Abstandsregelung von 2000m auch nicht mit Landschaftsschutz zu begründen. Ganz im Gegenteil würde diese Regelung dazu führen, dass künftig Windkraftanlagen in großen geschlossenen Waldgebieten gebaut werden müssten, was wiederum zu massiven Konflikten mit den Zielen des Waldnaturschutzes führen würde. Die Forderung einer Abstandregelung von 2000m von Siedlungen würde den Ausstieg aus einer dezentralen Energiewende in Bayern, eine Versorgung mit teurem off-shore Windstrom aus dem Norden und eine Abhängigkeit Bayerns von Kohlestrom aus Norddeutschland bedeuten und würde den Ausstieg aus dem Atomausstieg einleiten.“

  • Gisela Hofmann

    Gisela Hofmann
    Erste Bürgermeisterin der Gemeinde Königsfeld

    „Mit Windkraft und alternativen Energieformen kann nun die Chance genutzt werden, die Stromerzeugung dezentral aufzustellen und damit auch die Gewinne in der Fläche zu verteilen. Bei der Energiewende muss es gelingen, dass die ländlichen Gemeinden und ihre Bürger davon profitieren können und nicht nur die nachteiligen Seiten in Kauf nehmen müssen. Mit den passenden Beteiligungsmodellen und der Einbeziehung der Gemeinden vor Ort ist dies zu schaffen!“

  • Bürgerwind Region Freudenberg

    Bürgerwind Region Freudenberg

    „Wir stehen für “Energie in Bürgerhand”“

  • Prof. Dr. Manfred Miosga

    Prof. Dr. Manfred Miosga
    Universität Bayreuth, Abt. Stadt- und Regionalentwicklung

    „Die dezentrale Erschließung Erneuerbarer Energiequellen ist eine große Chance für die wirtschaftliche Entwicklung ländlicher Räume. Der Windkraft kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da sie die höchste Energieausbeute bei geringster Flächeninanspruchnahme aufweist. Wer die Nutzung der Windkraft an Land unmöglich macht, nimmt den Menschen in den peripheren ländlichen Regionen eine bedeutende Chance, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region zu schaffen und wieder attraktiv für Investitionen und Zuzüge zu werden.“

  • Hr. Freisinger

    Henry Freisinger
    Ingenieurbüro Freisinger

    „Ich betreibe im Raum Forchheim-Bamberg  ein Vermessungsbüro – für mich und meine Mitarbeiter ist ein Windpark ein Kunde wie jeder andere. Durch die Realisierung von Windkraftanlagen in der Region gewinnen wir neue Aufträge und  sichern damit durch die Windkraft Arbeitsplätze, von denen mehrere Familien ihr Auskommen beziehen.

    Persönlich finde ich die Idee der dezentralen erneuerbaren Energien mit Bürger-Windparks sehr gut, da das Geld in der Region bleibt und neben dem Bürger auch die Städte und Gemeinden davon finanziell profitieren.“

  • Hr. Schwaab

    Klaus Schwaab
    Umweltbeauftragter der Erzdiözese Bamberg

    „Als Umweltbeauftragter der Erzdiözese Bamberg ist mir die Bewahrung der Schöpfung für die nachfolgenden Generationen ein Kernanliegen. Strom aus Kernkraftwerken ist wegen der ungelösten Endlagerfrage und wegen des nicht auszuschließenden Restrisikos mit katastrophalen Folgen kategorisch abzulehnen. Kohlekraftwerke tragen mit ihren Kohlendioxidemissionen zum Klimawandel bei. Dieser stellt eine zunehmende Bedrohung für die Lebensgrundlagen der gesamten Menschheit dar. Deshalb tun wir gut daran, die Kohle durch emissionsarme, regenerierbare Energieträger zu ersetzen.

    Windenergie weist im Vergleich zu Photovoltaik und Biogas den höchsten Stromertrag pro Flächeneinheit auf. Bei der zunehmenden Bodenknappheit, die sich weltweit in steigenden Bodenpreisen ausdrückt, kommt diesem Faktor große Bedeutung zu. Ich befürworte daher den weiteren dezentralen Ausbau der Windenergie, weil ohne Windräder die Energiewende nicht möglich ist. Um die Belange der Bürger vor Ort zu berücksichtigen und ihnen Beteiligungsmöglichkeiten zu eröffnen, plädiere ich für die Gründung von Bürgerwindenergiegenossenschaften.“

  • Netzwerk der Nordbayerischen Energiegenossenschaften

    Netzwerk der Nordbayerischen Energiegenossenschaften
    40 Bürger-Energiegenossenschaften mit 6.000 Mitgliedern

    „Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Seehofer,

    das Netzwerk der Nordbayerischen Bürgerenergiegenossenschaften findet es fatal, dass die bayerische Staatsregierung ihr strategisches Ziel der konsequenten Umstellung der Stromerzeugung auf heimische Erneuerbare Energien aufgibt. Denn nichts anderes bedeutet Ihr Vorstoß zusammen mit Sachsen, die Mindestabstände von Windrädern zur Wohnbebauung auf das bis zu 10-fache der Windradhöhe zu vergrößern (siehe unten).

    Das wären die Folgen:

    • Stopp der Energiewende in Bayern und in Deutschland
    • Beschleunigung des Klimawandels mit allen negativen Folgen
    • Beliebigkeit statt wissenschaftlicher Erkenntnisse als Entscheidungsgrundlage
    • Rechtliche Unsicherheit statt Klarheit durch den bayerischen Winderlasses von 2011
    • Aufgabe Ihre eigenen langfristigen Planungen zur nachhaltigen Energieerzeugung
    • Vergabe der wirtschaftlichen Chancen für Bayern durch Technologieführerschaft im globalen Zukunftsmarkt der Erneuerbaren Energien

    Sie handeln damit gegen die Mehrheit der bayerischen Bürgerinnen und Bürger, die die Energiewende als unverzichtbar ansehen und sich persönlich dafür einsetzen. Wir bitten Sie, alle Vorstöße zur geplanten Vergrößerung der Mindestabstände unverzüglich einzustellen.

    Der wichtige Baustein für die Energiewende in Bayern, die Stromerzeugung durch Windkraft, geht damit verloren

    Josef Göppel, ein ausgewiesener Umweltexperte Ihrer Partei, spricht Klartext (Nürnberger Nachrichten, 05.07.2013): „Ich habe kein Verständnis für diese Initiative. Damit würden in Bayern nahezu alle derzeit laufenden Projekte unmöglich gemacht werden“. Und niemand könnte es wirtschaftlich verantworten, Planungen für neue Windräder zu beginnen.

    Auch die Umweltschutzverbände laufen Sturm gegen Ihren Vorstoß

    Sie sind dagegen, weil sie die Weitsicht haben, dass die regionale Windkraftnutzung uns vor noch weit schlimmerer Landschaftszerstörung schützt: Die Energiewende reduziert den CO2-Ausstoss und verlangsamt damit den Klimawandel mit seine Folgen wie Starkregenereignisse und Temperaturerhöhung.

    Energiewende = aktiver Klimaschutz = reduzierte Folgekosten

    Herr Seehofer, sicher bestreiten Sie nicht den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel. Damit muss es auch Ihr Ziel sein, wirtschaftlichen Schaden vom bayerischen Volk abzuwenden. Hier Zahlen dazu aus der Süddeutsche Zeitung Online vom 09.07.2013: „Die Hochwasserflut im Juni dieses Jahres gehört nach Ansicht des Rückversicherers Munich Re wohl zu den teuersten Naturkatastrophen, die Deutschland je getroffen haben“. Und weitere Daten:

    • Elbehochwasser von 2002: 11,6 Milliarden Euro Schäden in Deutschland.
    • Hochwasser im Juni 2013: mehr als zwölf Milliarden Euro in Europa.
      • Im Übrigen hatten wir in den letzten zwölf Jahren bereits drei „Jahrhunderthochwasser“. Es ist also volkswirtschaftlich und ökonomisch zwingend erforderlich, jetzt Geld für die Energiewende aufzubringen und Windräder zu bauen, anstatt höhere Folgeschäden zu reparieren.

        Die Chancen der Energiewende für Bayern und Deutschland

        Die bayerische Staatsregierung unterstützt zukunftsweisende Forschungsvorhaben mit erheblichen Mitteln. Eine sehr gute Investition in unsere wirtschaftliche Zukunft. Die Ergebnisse müssen zeitnah in Produkte und Dienstleistungen für die Energiewende umgesetzt und im Feld erprobt werden, damit wir auf dem globalen Zukunftsmarkt „Energie und Versorgungssicherheit“ die Technologieführerschaft erringen. Dazu brauchen wir die Nachfrage des Marktes auch für neue Windkraftanlagen bei uns vor Ort, um deren Funktion zu optimieren und die Praxistauglichkeit unter realen und wirtschaftlichen Bedingungen nachzuweisen. Das war übrigens auch das große Argument für eine deutsche Transrapidstrecke oder für Kernkraftwerke in Deutschland.

        Energiewende jetzt –kein Tempolimit - Bange machen "geht gar nicht"

        Herr Seehofer, leider verfallen Sie auch wieder in die oftmals beklagenswerte „German Angst“ vor neuen Herausforderungen. Oder Sie lassen sich Schwierigkeiten einreden, die wir angeblich nicht oder noch nicht lösen können. Sie werden leider zum Vollbremser der Windkraftnutzung in Bayern und damit zum Bremser der Energiewende. Etwa 40 Länder haben bereits ähnlich Förderinstrumente zur Umstellung auf Erneuerbare Energien wie das deutsche EEG implementiert. Wir wurden und werden weltweit beobachtet und unser grundsätzliches Vorgehen wird als richtig anerkannt. Selbst China steht kurz vor einem Paradigmenwechsel hin zu mehr Erneuerbaren Energien, gerade aus Windkraft, um die Folgen der Luftverschmutzung durch „billige“ Braunkohlekraftwerke einzudämmen.

        Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) schreibt in ihrem Buch „Kampf um Strom“: "Doch selbst dann wäre es falsch, ein Tempolimit (für die Energiewende) zu fordern. Stattdessen muss es heißen: Kümmern wir uns um die vor uns liegenden Aufgaben!"

        Die Politik darf sich nicht vor den Karren der bestens vernetzten und finanzstarken vier großen Stromerkonzerne spannen lassen, deren Geschäftsmodell durch die massenhafte Energieproduktion von tausenden dezentralen Bürgerenergieanlagen ins wanken gerät. Sie darf sich nicht von den teilweise irrationalen aber lautstark vorgetragenen Scheinargumenten von Personen und Einzelgruppen beirren lassen. Um mit den Worten von Regierungssprecher Steffen Seibert zum Lauschangriff des NSA zu formulieren: Bange machen "geht gar nicht"!

        Herr Seehofer, Sie müssen JETZT mutig die Weichen für ein langfristiges gelingen der Energiewende in Bayern stellen und die rechtssicheren Regelungen des bayerischen Winderlasses von 2011 nicht weiter verschärfen.

        „Wir wollen Windkraft, aber wir wollen auch unsere wunderschöne Landschaft nicht beeinträchtigen oder gar beschädigen“

        Das waren Ihre Worte in der Kabinettsitzung in Unterschleißheim am 02.07.2013 (Sächsische Zeitung SZ-Online). Im Interview des Bayerischen Rundfunks sprechen Sie weiterhin von 1000 zusätzlichen Windrädern. Wir würden Sie bitten, die „riesigen Flächen“ für Windkraftnutzung, die Sie kennen, konkret zu benennen. Legen Sie Ihre Potenzialanalysen vor, die neben der Erfüllung aller rechtlichen Kriterien auch noch einen wirtschaftlichen Betrieb der Windräder zulassen. Und diese Standorte sollen auch noch Ihre verschärften Abstandsregelungen erfüllen können? Wieso sind Ihre „riesigen Flächen“ nicht in die aktuellen Windvorrangflächen einbezogen worden? Weil viele Flächen mittlerweilen zu Biotopen oder Naturschutzgebieten geworden sind? Weil die Bürger und Gemeinden sich vor Ort gegen diese Nutzung ausgesprochen haben? Oder weil andere klare und rechtssichere Regelungen wie das Bundesimmissionsschutzgesetz und der bayerische Winderlass dagegen sprechen? Vielleicht wollen Sie mit privaten Waldbesitzern wie Enoch zu Guttenberg verhandeln, um deren riesige Flächen für die Windkraftnutzung zu öffnen?

        Den gesellschaftlichen Konsens für die bayerische Windkraftnutzung nicht leichtfertig aufgeben!

        Die geltenden Beschränkungen zur Windkraftnutzung erfüllen alle rechtlichen Belange, wurden mit wissenschaftlichen Gutachten untermauert und in Anhörungen von Naturschutzgruppen, Gemeindeverbänden und Bürgervertretern aufgestellt. Das hat viel Zeit und Geld gekostet und es wurden verantwortbare Lösungen errungen. Herr Seehofer, Sie dürfen diesen gesellschaftlichen Konsens nicht leichtfertig durch lautes Geschrei von Wenigen aufgeben.

        Die allermeisten Bürgerinnen und Bürger befürworten Windräder auch in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft.

        Sie organisieren sich in Bürgerenergiegenossenschaften und befeuern die Energiewende „von unten“. Sie wollen mitentscheiden, ob und wo ein Windrad gebaut wird. Sie können sicher sein, dass sie und die Vorstände in den Energiegenossenschaften sorgfältiger abwägen als ein anonymer Investor aus Norddeutschland. Sie wollen ja auch die nächsten Jahre ungeschoren durch ihre Heimatgemeinden gehen können. Und sie wollen an den Erlösen beteiligt werden. Damit bleibt ein Teil der Energiekosten in der Region und stärkt direkt die örtliche Wirtschaftskraft. Das haben sehr viele Kommunen und Gebietskörperschaften gerade in strukturschwachen ländlichen Regionen erkannt und fördern die lokale Windkraftnutzung. Sie gefährden mit Ihrem Vorstoß die ländliche Entwicklung und sichern den großen Energieerzeugern weiterhin ihre Pfründe.

        Zersplitterung und Kleinstaaterei - Windkraftnutzung nach Gutsherrenart

        Sehr geehrter Herr Seehofer, durch Ihre Öffnungsklausel im bundesweit geltenden Baugesetzbuch könnte jedes Bundesland und jeder Planungsverbund seine eigenen Abstandsregelungen einführen. Ich warne davor: Anstatt wissenschaftlicher Erkenntnisse und klarer und rechtssicherer Regelungen entscheiden dann die bestfinanzierte Lobbyarbeit, das lauteste Gebrülle, das Parteibuch oder der nächste Wahltermin über die Abstandsregelung. Damit ist der Beliebigkeit sogar auf Bundesebene Tür und Tor geöffnet, gewissermaßen Windkraftnutzung nach Gutsherrenart. Das wäre der Tod der Windkraftnutzung in Bayern als Baustein der Energiewende, die langfristige Planungssicherheit braucht. Oder soll durch solche windelweichen Regelungen eine Verhinderungsplanung möglich sein, um Einzelinteressen und die etablierten Konzerne zu schützen?

        Herr Seehofer, auch Sie können es nicht jeder Minderheit recht machen und Sie müssen klar Position beziehen: Für oder gegen die Energiewende. Und danach handeln und die Regelungen des bayerischen Winderlasses anwenden.

        Die Windkraftnutzung in Bayern und die Energiewende – eine Gesellschaftsaufgabe

        Sehr geehrter Herr Seehofer, allen verantwortungsvollen Bürgerinnen und Bürgern ist klar, dass die Energiewende eine große Herausforderung darstellt, die nur gemeinsam und durch gesellschaftliche Kompromisse zu lösen ist. Hier erreichen wir natürlich keine Personen, die im Einzelfall an ihren eigenen Vorteil denken oder sich als Lobbyisten verdingen. Auch das können wir gut nachvollziehen. Es darf aber nicht Maßstab für eine Entscheidung sein, die sich gegen das langfristige Wohl der Mehrzahl der Bürgerinnen und Bürger wendet. Wir appellieren an alle Gruppen und Verantwortliche, lösungsorientiert und kompromissbereit zusammen zu arbeiten. Die Bürgerinnen und Bürger im Netzwerk der Nordbayerischen Energiegenossenschaften wägen sehr sorgfältige jedes Windkraftprojekt im Einzelfall und unter den regionalen Gegebenheiten ab. Sie gehen sicher auf lokale Belange ein und stoppen notfalls einzelne Windräder. Jedoch stemmen Sie sich gegen eine pauschale Verhinderungsplanung, wie sie durch den Vorstoß von Herrn Seehofer möglich wird.

        Klare Aussagen der Politik vor der Wahl zum bayerischen Landtag und zum Bundestag

        Alle Bürgerinnen und Bürger brauchen vor den Wahlen im September eine klare Stellungnahme aller Parteien zu diesem wichtigen Zukunftsthema. Sie wollen überzeugt sein, dass die politisch Handelnden langfristig für das Gemeinwohl agieren und sich nicht von kurzfristigen Strömungen oder Egoismen treiben lassen.

        Das Netzwerk der Nordbayerischen Bürgerenergiegenossenschaften

        Das Netzwerk besteht derzeit aus 40 Bürgerenergiegenossenschaften in Nordbayern mit insgesamt mehr als 6100 Mitgliedern, die schon weit mehr als 50 Millionen Euro in die Energiewende in Bayern investiert haben. Viele Vorstände und Aufsichtsräte arbeiten in den Genossenschaften ehrenamtlich. Sie sind überzeugt davon, dass die Energiewende wichtig ist für die lebenswerte Zukunft unserer nachfolgenden Generationen und sich auch langfristig auszahlt. Selbstverständlich sind Energieeffizienz und Energiesparen Teile der Energiewende. Sie muss bei uns vor Ort umgesetzt werden mit einer breiten Bürgerbeteiligung in den Städten, Gemeinden und Landkreisen.

        Erlangen, 18.07.2013

        Mit stürmischen Grüßen pro Windkraftnutzung
        Im Namen des Netzwerkes der Nordbayerischen Bürgerenergiegenossenschaften
        Dieter Emmerich

        Gesetzesantrag der Freistaaten Bayern, Sachsen zur Öffnungsklausel im Baugesetzbuch

  • Dr. Thomas E. Banning

    Dr. Thomas E. Banning
    Vorstandsvorsitzender NATURSTROM AG

    „Mit seinen Äußerungen gibt sich Ministerpräsident Seehofer als Bürgerversteher, der einigen lautstark auftretenden Windpark-Gegnern und potentiellen WählerInnen folgt. Durch die von ihm vorgeschlagenen Maßnahmen stößt er jedoch diejenigen vor den Kopf, die Windenergie befürworten, weil sie deren Vorzüge sehen: Ein erheblicher Teil der Wertschöpfung bei Bau und Betrieb bleibt in der Region. Die Erlöse der Stromvermarktung fließen an beteiligte BürgerInnen oder Gemeindewerke, die Kommunen profitieren darüber hinaus von den Gewerbesteuereinnahmen.

    Wird die Windenergie beschnitten und gegen null geführt, dann kann sich Bayern nicht wie geplant und versprochen in 10 Jahren zur Hälfte aus regenerativen Quellen versorgen, sondern muss entweder weiterhin auf konventionelle Kraftwerke zurückgreifen oder den regenerativen Strom importieren. Der Ausbau der Windenergie gerade auch in Bayern verringert den Bedarf an Übertragungsnetzen für den Stromtransport über lange Entfernungen. Warum dieser unnötige Verzicht auf Eigenständigkeit?

    Die NATURSTROM AG setzt seit ihrer Gründung 1998 auf eine nachhaltige Energieversorgung auf Basis Erneuerbarer Energien im Schulterschluss mit Kommunen, Bürgern und Unternehmen. Diese Dezentralität und Bürgernähe sieht sie auch in Zukunft als Leitmotiv für die Energiewende. “

  • Prof. Dr. Thomas Foken

    Prof. Dr. Thomas Foken
    Universität Bayreuth, Abt. Mikrometeorologie

    „Eine Abstandsforderung von mindestens 2 km zwischen Orten und Windkraftanlagen ist realitätsfern in der bayerischen Kulturlandschaft und verhindert den Ausbau der Windenergie als regenerative Energie oder verbannt sie an ungeeignete Standorte. Sie ist eine Abwendung vom Klimaschutz.

    Der Klimawandel ist inzwischen bei uns angekommen, wie wir im Juni mit Jahrhunderthochwassern gesehen haben. Dennoch vermissen wir nachdrückliche Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, um die Erderwärmung auf 2 Grad zu begrenzen und dazu bis 2050 in Deutschland die Treibhausgasemissionen auf nur noch 10-20 % des heutigen Standes in Deutschland zurückzufahren. Die Energiewende ist ein hervorragendes Mittel – auch wenn ursprünglich mit dem Atomausstieg begründet – hier ein deutliches Zeichen zu setzen. Allerdings wird sie nur durch die Vielfalt gelingen. Bio- und Solarenergie sind an den Flächenbedarf gebunden, Windenergie an das Vorhandensein ausreichender Windpotenziale, um die Anlagen effizient betreiben zu können. Bevorzugte Flächen müssen deutlich höher als das Umland liegen und sich in landwirtschaftlich genutzten Gebieten befinden. Die Jahrhunderte lange Entwicklung unserer Kulturlandschaft hat dazu geführt, dass gerade diese Gebiete sehr dicht besiedelt sind und man kaum Abstände zwischen Ortschaften findet, die größer als 2 km sind, so dass man wenigstens Abstände um 1 km zwischen Windkraftanlagen und Wohnbebauung einhalten kann. Forderungen nach größeren Abständen gehen an der Realität in Bayern vorbei und gefährden die Energiewende und den Klimaschutz. Das Ausweichen auf andere Flächen ist nahezu nicht möglich, denn die häufig favorisierten Waldstandorte bringen bis zu 30 % weniger Energieausbeute selbst bei Großanlagen und die notwendigen Forschungen stecken noch in den Kinderschuhen. Die Politik ist dringend aufgefordert, den Menschen keine Angst zu machen mit unzähligen wenig geeigneten Standorten – aber an Standorten die optimal für die Nutzung der Windkraft geeignet sind, sollte sie dem Bürger auch die Notwendigkeit der Windkraftnutzung zielorientiert und mit Fachkenntnis erläutern und diese Standorte nicht gefährden. Wir brauchen dringend gute Standorte für Bürgerwindräder, um die Akzeptanz zu erhöhen, und keine Verspargelung an vielen wenig geeigneten Standorten, die nur der Steuerabschreibung dienen.“

  • Hr. Beermann

    Günter Beermann
    Landesvorstand BWE

    „Ohne Windenergie ist die Energiewende in Bayern nicht zu schaffen. Ohne Windenergie wird es zur Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke kommen.“

  • Fr. Kathöwer

    Aideen Kathöwer
    Bamberg

    „Aus Norddeutschland stammend, sind Windräder in meiner Umgebung für mich nichts Ungewöhnliches - damit bin ich aufgewachsen. Damit die Energiewende in ganz Deutschland gelingt brauchen wir auch im Süden, neben Photovoltaik- und Biomasseanlagen, die Windkraft.

    Wichtig ist, den BürgerInnen vor Ort eine Möglichkeit zur Beteiligung an „ihren“ Windrädern zu bieten – sowohl was die Planung angeht, als auch das Finanzielle.“

  • Bürger-für-Bürger-Energie eG

    Bürger-für-Bürger-Energie eGk
    Landkreis Forchheim

    „Für eine gute Zukunft brauchen wir mutige Bürgerinnen und Bürger. Ebenso wichtig sind aber auch mutige Politiker, welche die weithin sichtbaren Zeichen der Zeit erkennen und Bayern energiepolitisch zukunftsfähig machen. Die Menschen des Landes wünschen sich Politiker, die die Betreiber fossiler und Kernkraftwerke von der Notwendigkeit einer Richtungsänderung und den Chancen neuer Wege überzeugen. Bayern wird für seine Einwohner wie auch für seine Gäste durch Erneuerbare Energien, durch Solar- und Windenergie, noch attraktiver, denn es macht damit seine Voraussicht und Sorge für nachfolgende Generationen deutlich.“